Sanfter Tourismus – Merkmale, Tipps und 3 Beispiele für deinen nächsten Urlaub 


Es ist soweit. Überall in Deutschland werden gerade Koffer gepackt, Fahrradtaschen organisiert, Wanderrucksäcke probegetragen und der nächste Urlaub geplant. Wir haben ein paar Denkansätze, Tipps und Beispiele für dich zusammengestellt, die dir dabei helfen deinen nächsten Urlaub nachhaltiger zu gestalten und erklären dir außerdem kurz was es mit sanftem Tourismus auf sich hat. 

Was ist sanfter Tourismus?

Sanfter Tourismus will negative ökologische und soziokulturelle Auswirkungen des Reisens reduzieren oder vollkommen vermeiden. Die Nähe zur Natur spielt dabei eine ebenso große Rolle wie das Einlassen auf die Kultur des bereisten Ortes. Sanfter Tourismus wird daher oft als Antithese zum Massentourismus gesehen.

Wichtige Ziele sind dabei die Aufrechterhaltung der Natur im bereisten Gebiet, die wirtschaftliche Stärkung der jeweiligen Region sowie ein niedriger Verbrauch von Ressourcen.

Aber ist es wirklich noch sanfter Tourismus, wenn abertausende von Touristen durch den Urwald wandern und dabei ihre Fußabdrücke hinterlassen oder Scharen von Touristen in abgelegene Bergdörfer wandern und dort auf „Teufel komm raus“ traditionelle Verpflegung haben wollen? Nicht wirklich.

Deswegen kann man auch keine pauschalen Beispiele für einen Urlaub nach dem Modell des sanften Tourismus geben. Denn jeder Urlaub muss individuell gestaltet werden. Aber ein paar Ideen, Denkanstöße und Inspirationen haben wir für dich in diesem Beitrag zusammengestellt. 

Was sind die Orte für sanften Tourismus?

Von Hotelketten bis in die Einöde - es kommt auf deine Entscheidungen an!

Im Prinzip kann jeder Ort ein Ort des sanften Tourismus sein. Es kommt vielmehr auf die Gestaltung des Urlaubs an: Wenn du dich auf die örtliche Kultur einlässt, viele nachhaltige Naturerlebnisse einplanst und ökologisch isst, kann zum Beispiel auch ein Hotel-Urlaub sanft sein.

Bei der Wahl des Ortes solltest du dir ein paar Fragen stellen, die dir helfen werden das richtige Urlaubsziel für sanften Tourismus zu finden.

Interessiert mich die Kultur vor Ort? Bin ich bereit mich mit der Kultur auseinander zu setzen? 

Bin ich bereit mich mit der ortstypischen Küche anzufreunden?

Welchen Aktivitäten will ich im Urlaub nachgehen und wie wirken sie sich auf den Urlaubsort aus?

Will ich nur am Pool liegen oder möchte ich die Natur vor Ort erleben?

Deine Entscheidungen bestimmen den Tourismus

Natürlich ist die Wahl des Reiseziels ist ein wesentlicher Faktor bei der Gestaltung deines nachhaltigen Urlaubs. Denn wenn du von vorn herein weißt, dass du das Hotel eigentlich nicht verlassen willst, warum dann abertausende Kilometer weit weg fliegen?

Auch bei der Art der Unterkunft kannst du „sanfte“ Entscheidungen treffen. Ist es besser sich auf einer Online Plattform eine Wohnung zu mieten, die die Mietpreise für die Einheimischen in die Höhe treibt oder macht es bei einem Städte-Trip vielleicht mehr Sinn in ein Hotel zu gehen?

Bist du bereit dich mit der ortstypischen Küche anzufreunden? 

Grundsätzlich geht es darum der Kultur im besuchten Land auch über das Essen näher zu kommen und außerdem auf Importware weitestgehend zu verzichten sowie das Ökosystem nicht zu überlasten. Alles was nicht vor Ort verfügbar ist, aber von den Touristen verlangt wird, muss zwangsläufig importiert werden. Das kann von Joghurt, über bestimmtes Gemüse bis hin zum Orangensaft der Fall sein. Erkundige dich also vorher wie die lokale Küche in deinem Urlaubsort ist und frage dich, ob sie mit deinen Ernährungsgewohnheiten zusammenpasst. 

Muss es wirklich das Omelette mit Lachsbeilage sein oder kannst du dich auch mit einer traditionellen thailändischen Reissuppe anfreunden? Kann es statt dem All-You-Can-Eat-Buffet auch mal der Snack vom Bauchladen am Straßenrand sein? 

Bei den Aktivitäten am jeweiligen Urlaubsort ist ebenfalls ein abwägen gefragt. Auch wenn einem beim Tauchen die Natur nahe gebracht wird, ist es nicht unbedingt immer die beste Art die Natur kennenzulernen. 

Denn zu viele oder unerfahrene Taucher können die empfindlichen Ökosysteme negativ beeinträchtigen. Macht in so einem Fall vielleicht eine Wandertour mehr Sinn?

Auch am Strand selbst gibt es viele Möglichkeiten nachhaltig zu sein und dennoch nicht auf Sonnenbaden, Strandspiele und Wasserspaß zu verzichten. Das geht von der korallenriff-freundlichen Sonnencreme, über den kompostierbaren Müllbeutel, bis zu selbst mitgebrachter Verpflegung in der Brotdose hin.

Du siehst also, es kommt immer auf deine Entscheidungen an wie nachhaltig dein Urlaub sein wird und wie sich deine Art zu reisen an jedem beliebigen Ort auswirkt.

Beispiel 1: Regional Urlaub machen und das Klima schonen

Zusätzlich zu den Entscheidungen die du während deines Urlaubs triffst, kannst du bewusst Reiseziele wählen, die Co2-arm zu erreichen sind. Regionale Naherholungsgebiete zum Beispiel.

Vielleicht kannst du mit dem Zug in die Alpen fahren und dort einen Wanderurlaub planen oder im österreichischen Bergland ein Ferienhaus mieten?

Du kannst aber auch ganz in deiner Nähe einen Badeteich suchen und dich erkundigen ob es dort einen Campingplatz gibt. Vielleicht erreichst du dein Reiseziel aber auch mit dem Fahrrad oder planst eine Wandertour zum gewünschten Reiseort mit ein. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Wandertour in ein Wellness-Hotel im Schwarzwald?

Aber auch das Bio-Land-Hotel zu dem du mit dem Zug gelangst, kann das Klima schonen und einen Urlaub mit Erholung ermöglichen.

Beispiel 2: Strandurlaub im Süden

Der Strandurlaub im Süden Europas ist von hier aus eher schwer mit dem Zug oder zu Fuß zu erreichen. Wenn du unendlich viel Zeit hast, ist eine Wandertour mit vielen schönen Zwischenstopps sicherlich sehr interessant, aber auch eher unrealistisch. Die meisten wählen daher das Flugzeug als Beförderungsmittel.

Besonders nachhaltig ist das natürlich nicht, du kannst deinen Flug aber zum einen mit Klimaschutzprojekten versuchen auszugleichen und zum anderen kannst du deinen Urlaub im Süden so nachhaltig wie möglich gestalten.

Ernährung haben wir als wesentlichen Nachhaltigkeitsfaktor schon erwähnt. Die traditionelle Küche vor Ort birgt oft wahre Schätze! Gerade in Italien und Griechenland gibt es unzählige traditionelle vegetarische Gerichte, die unfassbar köstlich sind. Man schmeckt die Sonne einfach im Gemüse!

Bei deiner Planung der Aktivitäten kannst du Wert auf nachhaltige oder klimaschonende Dinge legen. Statt mit dem Auto die Umgebung zu erkunden, kann man sich auch mit den örtlichen öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegen. So kommst du der Kultur und den Menschen im Urlaubsland auch viel näher, als abgeschottet im Mietwagen zu sitzen. 

Erkundige dich vorab ob es in deinem Urlaubsziel oder dort in der Nähe lokale Naturschutzvereine oder Tierschutzorganisationen gibt. Viele solcher Organisationen bieten spannende Aktivitäten an, bei denen der Erlös direkt in die Erhaltung der örtlichen Ökosysteme geht. So kannst du auch im Urlaub wohltätige Zwecke unterstützen und dabei auch noch jede Menge erleben. 

Für viele dieser Beispiele sind basale Sprachkenntnisse durchaus von Vorteil. Sollten die nicht vorhanden sein, kannst du Übersetzungs-Apps nutzen oder dir vorher wichtige Sätze aufschreiben und sie auf dem Handy vorzeigen. 

Beispiel 3: Interkontinentale Reiseziele

Bei interkontinentalen Reisezielen ist es wichtig sich vorher zu fragen ob es wirklich das Land ist, das man bereisen will oder ob einen eher die Chance auf einen Hotelurlaub reizt. Denn den Hotelurlaub mit eigener Liege am Pool kannst du auch in Europa verbringen.

Da interkontinentale Reiseziele unvermeidbar mit Flugreisen verbunden sind, solltest du dich nach Ausgleichsprojekten erkundigen. Viele Fluggesellschaften bieten einen Co2 Ausgleich direkt bei der Buchung mit an.

Damit ist aber trotzdem erst mal eine Menge Co2 produziert. Daher solltest du bei der Urlaubsgestaltung auch auf andere Nachhaltigkeitsaspekte achten. Die oben genannten Tipps kannst du auch auf interkontinentalen Reisen einsetzen und so respektvoll und nachhaltig deinen Urlaub verbringen.

Das kann sanfter Tourismus für einen Urlaubsort bedeuten

Im besten Fall wird die Natur nachhaltig, für kommende Generationen, erlebbar gemacht und die lokale Wirtschaft gestärkt. Darüber hinaus erlebst du einen authentischen Urlaub und vielleicht lernst du auch nette Menschen und ihre Kultur kennen. 

Auch wenn es noch keinen perfekten Tourismus gibt, der alle negativen Aspekte des Massentourismus gänzlich in positive umwandelt, können wir alle daran arbeiten Tourismus nachhaltiger und respektvoller gegenüber der Natur, Mensch und Tier zu gestalten. 

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